Windenergie
Eine Windenergieanlage ist eine elektromechanische Maschine auf einer exponierten Anhöhe, an der Küste oder auf einer Plattform auf See. Die Höhe, das Wetter und die vielen Systeme, die in einer einzigen Gondel stecken, machen die Arbeit schwer.
Mechanik
Die Teile des Triebstrangs tragen hohe Lasten und sind ständigen Lastwechseln ausgesetzt. Sie zu tauschen heißt, in einer engen Gondel weit über dem Boden schwere Teile zu heben.
- Inspektion, Reparatur und Tausch von Getrieben.
- Tausch von Hauptlager und Blattlagern.
- Inspektion und Reparatur der Rotorblätter, Sanierung von Vorderkantenerosion.
- Wartung der Azimut- und Pitchsysteme.
- Hydraulisches Vorspannen von Schraubverbindungen und Drehmomentkontrollen.
Elektrik
Die Elektrik reicht von Steuerstromkreisen in Niederspannung bis zum Anschluss in Mittelspannung. Wer hier arbeitet, muss sich im ganzen Bereich sicher bewegen.
- Generatoren: doppelt gespeiste Asynchrongeneratoren (DFIG), permanenterregte Generatoren (PMG) und Synchrongeneratoren.
- Fehlersuche an Umrichtern und Tausch von Komponenten.
- Transformatoren in der Gondel und am Turmfuß.
- Mittelspannungsschaltanlagen und Innerparkkabel (33 kV und 66 kV).
- Ausrüstung von Umspannwerk und Netzanschluss.
Steuerung und SCADA
Die Steuerungen der Anlagen sind oft herstellereigen. Ob man Zugang bekommt, kann von einer Freigabe oder einer Schulung des Herstellers abhängen.
- Fehlersuche und Störungsanalyse an der Anlagensteuerung.
- SCADA-Konfiguration und Kommunikationsstörungen.
- Software- und Firmware-Updates.
- Herstellersysteme etwa von Vestas, Siemens Gamesa, Enercon und Nordex.
Der schwierige Zugang
Zur Anlage zu kommen kann so viel Arbeit sein wie die Reparatur selbst. Das bestimmt den Zeitplan und die Kosten.
- Transfer auf See per Crew-Transfer-Schiff (CTV) oder Hubschrauber.
- Abgelegene Standorte an Land mit schlechter Straßenanbindung.
- Wetterfenster, die die Zahl der Arbeitstage begrenzen.
- GWO Basic Safety Training, mit Arbeiten in der Höhe und, offshore, Überleben auf See (Sea Survival).
Solarenergie
Ein Solarpark im Kraftwerksmaßstab ist elektrische Infrastruktur: DC-Strings, Wechselrichter, ein Netzanschluss in Mittelspannung, ein Monitoringsystem und oft Tracker, die die Module den ganzen Tag nachführen.
Elektrik
Die Arbeit umfasst die DC-Seite und die AC-Seite. Auf beiden muss man sicher arbeiten können.
Monitoring und Diagnose
Auf einem großen Gelände verstecken sich die Fehler in den Daten: ein String, der zu wenig liefert, ein beschädigtes Modul, ein langsamer Leistungsverlust.
Mechanik und Bau
Auch Tracker, Unterkonstruktionen und Kabeltrassen verschleißen. Sie werden im Wartungsplan leicht vergessen.
Batteriespeichersysteme (BESS)
Batteriespeicher gleichen die Erzeugung von Wind- und Solaranlagen aus, und in ganz Europa werden sie in hohem Tempo gebaut. Auf einem BESS-Standort kommen Elektrotechnik, Batteriechemie und Sicherheitsgefahren zusammen. Kein klassisches Gewerk deckt das allein ab.
Elektrik
Ein BESS arbeitet mit Gleich- und Wechselstrom, auf der Netzseite oft in Mittel- oder Hochspannung.
- Netzanschlusstechnik in Mittel- und Hochspannung.
- Leistungsumrichtersysteme (PCS, Power Conversion Systems): bidirektionale Wechselrichter.
- Fehlersuche am DC-Bus und elektrische Prüfung der Batterieracks.
- Freischalten und Schalten auf der AC- und der DC-Seite.
Batteriemanagement
Das Batteriemanagementsystem (BMS) überwacht und schützt die Zellen. Die meiste Fehlersuche beginnt bei seinen Alarmen.
- Diagnose und Korrektur des Zellausgleichs (Balancing).
- Thermomanagement: Klimatechnik (HVAC) oder Flüssigkeitskühlung.
- Untersuchung von BMS-Alarmen.
- Die Unterschiede zwischen Zellchemien wie LFP und NMC.
Sicherheit bei BESS
Die Sicherheitspraxis bei BESS entwickelt sich noch, und die Schulungen dazu ebenso. Wer auf einem BESS-Standort arbeitet, muss Folgendes verstehen:
- Thermisches Durchgehen (Thermal Runaway): was es auslöst, wie es sich von Zelle zu Zelle ausbreitet und wie man reagiert.
- Die giftigen Gase, die eine versagende Zelle freisetzt, etwa Fluorwasserstoff und Kohlenmonoxid.
- DC-Störlichtbögen, und warum sich DC-Fehler schwerer abschalten lassen als AC-Fehler.
- Die batteriespezifische Sicherheitsschulung, die der Betreiber verlangt.
Grüner Wasserstoff
Grüner Wasserstoff wird per Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt. In ganz Europa entstehen Anlagen, doch die Technik steht noch am Anfang ihrer Verbreitung. Techniker mit praktischer Erfahrung darin gibt es wenige.
Wartung von Elektrolyseuren
Der Elektrolyseur ist die Hauptmaschine der Anlage. PEM-Elektrolyseure (Protonenaustauschmembran) und alkalische Elektrolyseure brauchen unterschiedliche Wartung. Bei beiden ist der Stacktausch der große geplante Eingriff, der Zustand der Membran wird überwacht, und die Wasserqualität entscheidet, wie lange ein Stack hält.
Verdichtung und Speicherung
Für Speicherung und Transport wird Wasserstoff verdichtet, typischerweise auf 350 bis 700 bar. Das heißt Hochdruckmaschinen, anspruchsvolle Dichtungen und Wasserstoffversprödung, bei der Wasserstoff manche Metalle mit der Zeit schwächt.
ATEX und explosionsgefährdete Bereiche
Wasserstoff brennt in Luft bei einer Konzentration von etwa 4 % bis 75 % und braucht wenig Energie, um sich zu entzünden. Die ATEX-Regeln gelten uneingeschränkt, und die Ex-Zonen sind oft größer als in einer konventionellen Gasanlage.
Gasdetektion und Überwachung
Wasserstoff ist farblos und geruchlos und brennt mit einer fast unsichtbaren Flamme. Die Anlage ist auf ihre Detektoren angewiesen. Ultraschallsensoren, katalytische Sensoren und Wärmeleitfähigkeitssensoren brauchen jeweils ihre eigene Kalibrierung und Wartung.
Viele Betreiber holen Techniker aus benachbarten Branchen und schulen sie zusätzlich auf Wasserstoff: aus Öl und Gas für ATEX und Hochdruck, aus der elektrochemischen Verfahrenstechnik, aus der Leistungselektronik.
Fähigkeiten über die Gewerke hinweg
In der klassischen Instandhaltung ist man meist Mechaniker, Elektriker oder MSR-Techniker. Arbeit in den erneuerbaren Energien verlangt oft zwei oder drei davon zugleich.
Mechanik + Elektrik + Arbeiten in der Höhe
Getriebe und Lager, Generatoren und Umrichter, Hydraulik für Pitch und Azimut, dazu die körperliche Fitness und die Zertifikate, um in der Höhe in einer engen Gondel zu arbeiten. Nur wenige, die aus der Fertigung kommen, bringen all das mit.
Leistungselektronik + Elektrochemie + Sicherheit
Leistungsumwandlung, Batteriemanagement, Thermomanagement und die Gefahren von Lithium-Ionen-Zellen. Die übliche industrielle Ausbildung deckt das noch nicht ab.
Prozessindustrie + ATEX + Hochdrucksysteme
Erfahrung in explosionsgefährdeten Bereichen und mit Hochdruck, meist aus Öl und Gas. Dazu kommt die Elektrochemie, die in der chemischen Verfahrenstechnik verbreiteter ist.
Nennen Sie die Kombination in der Aufgabenstellung der Mission. „Umrichterstörung an einer 3-MW-Anlage, GWO-Schulung für Arbeiten in der Höhe erforderlich“ sagt einem Techniker weit mehr als „Windtechniker gesucht“, und so kann er die Arbeit kalkulieren.
Haftungsausschluss: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine fachliche, rechtliche oder sicherheitstechnische Beratung. Normen, Netzanschlussregeln und Standortvorschriften unterscheiden sich je nach Land und Betreiber. Prüfen Sie daher, was für Ihren Standort gilt, bevor Sie auf Grundlage dieses Ratgebers handeln. FindFST übernimmt keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Ratgebers getroffen werden.
Techniker für erneuerbare Energien auf FindFST finden
Veröffentlichen Sie die Mission mit der Technologie, den Spannungen und den Zertifikaten, die der Standort verlangt, damit die Servicetechniker, die sich bewerben, genau wissen, was sie kalkulieren.
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